Handwerk

Masseaufbereitung

Der Ton, der als Rohstoff für unsere Produkte verwendet wird, stammt aus dem Tonvorkommen im Oberdreiser Wald, welcher im Jahre 1835 schon den Gründer unserer Töpferei, Johannes Peter Schmidt, von Breitscheid hierher zog. Aus der Tongrube Oberdreis wird heute zwar kein Ton mehr gewonnen, aber die verwendeten Vorräte sind immer noch dieselben.

Der Rohstoff wird bei uns im Siebkneter zusammen mit Wasser, Schamottebeigabe und rückgeführten Produktionsabfällen zu einer plastischen Masse aufbereitet und kann nun weiterverarbeitet werden.

Formgebung

Die traditionellste und in der Töpferei Schmidt hauptsächlich eingesetzte Formgebungsart ist das Freidrehen auf der Töpferscheibe. Hierbei ist Geschick, Formgefühl und vor allem sehr viel Übung erforderlich.

Ein homogenisierter und portionierter Massebatzen muss auf der Töpferscheibe erst mal genau zentriert werden, bevor der Töpfer ihn „aufbricht“ und mit dem Aufzug beginnt. Nach und nach erhält der Ton die beabsichtigte Form und kann von der Scheibe abgeschnitten und abgesetzt werden.

Der Formling muss nun eine Weile trocknen, bis er im „lederharten“ Zustand dann abgedreht werden kann – hierbei werden Drehspuren geglättet und eventuell noch überschüssiger Ton abgetragen.

Dekoration

Färben

Die Grundfarbe des Scherbens unseres Tones ist hellgrau bzw. nach dem Brand cremeweiß. Um den Produkten eine andere Farbe zu geben, werden sie mithilfe von Engobe gefärbt. Eine Engobe ist eine mit Farbkörpern oder Farboxyden gefärbte, flüssige Tonmasse. Darin werden die Stücke eingetaucht bzw. mit ihr ausgegossen.

Bemalen

In unserer Töpferei ist noch die Malerei wie in den früheren Jahrhunderten mit dem „Malhorn“ zu finden. Das Malhorn ist ein kleines Tongefäß mit einem Loch an der Seite, an dem ein Federkiel befestigt ist. In diesem Gefäß befindet sich die auch zum Färben verwendete Engobe.

Unsere Produkte werden traditionell mit Blümchen- oder Böhnchenmuster dekoriert. Aber auch Wellenlinien und Spiralen sind typische Gestaltungselemente unserer Keramik.

Gravieren

Eventuell vom Kunden gewünschte Aufschriften oder Motive werden auch in die Engobeschicht eingraviert. Durch den Abtrag der Farbschicht erhält die Gravur die Farbe des darunterliegenden Scherbens – in unserem Falle cremeweiß.

Glasieren

Um die glatte und glänzende Oberfläche unserer Produkte zu erreichen, wird jedes Stück nach dem Färben und Bemalen mit einer Transparentglasur überzogen. Nachdem die Glasur getrocknet ist, bildet sie eine weiße pulvrige Schicht über dem Produkt. Die Stoffe der Glasur schmelzen beim Brennprozess und bilden letztendlich die glasige Schicht, die unseren Produkten ihr hochwertiges Erscheinungsbild verleiht.

Fertigstellung

Wir verwenden zum Brennen unserer Produkte einen Elektroofen, in welchem die Stücke nach Ablauf aller Bearbeitungsschritte auf ca. 1220° C erhitzt werden. Hierbei erhält das Material seine endgültigen Eigenschaften und die fertigen Gefäße können nun in Backofen und Mikrowelle eingesetzt sowie in der Spülmaschine gereinigt werden.

Ein zweiter, älterer elektrischer Ofen kann im Bedarfsfall ebenfalls zum Einsatz kommen. Im Regelfall jedoch wird der neuere Ofen zweimal im Monat eingesetzt und betrieben. Die Brenndauer beträgt 10 Stunden, bis der Ofenbesatz abgekühlt ist und ausgesetzt werden kann, vergeht noch mal ein halber Tag.

In früheren Jahren wurde unsere Keramik in großen, gemauerten Brennöfen gebrannt, welche mit Holz oder später mit Öl befeuert wurden.